Seiten

Samstag, 28. Dezember 2013

Sag mir, wo die Blumen sind

Hoffnung trägt mich, und Zauber
durch trübe Weihnacht ins neue Jahr
Ist denn noch Liebe da?

Aber ja, so scheint’s
sonst wären die Blumen längst gegangen
und die nicht mehr da, die singend hoffen.

Weiterweinen, weiterlieben
weiterbauen –
an mir und dieser Welt.





Dienstag, 10. Dezember 2013

Momentgeschenk

Wie Rosenblütenblätter
die sich kuscheln ins Winternest
 

Oh, teach me how to see all that’s beautiful...





Elektrisierend

Acht Buchstaben
zwei Worte
Hörst du das S.O.S.?




Sonntag, 8. Dezember 2013

Nasengedicht

Ich liebe Mandarinen
diese kleinen, runden Wunderkugeln
voller Farbe und Aroma
es strömt heraus
ein unverwechselbarer Duft
und kündet
von Winter und Behaglichkeit.


Mittwoch, 4. Dezember 2013

Zuhause

Ein lichtes Zimmer
Fensterfülle
weiter Blick
Häuser, Bäume, ein kleiner Berg
und so viel Himmel
ganz viel...
So viel Licht und Farbenspiel
ganz viel Schönheit und Wandel
jeden einzelnen Moment

Ganz viel Himmel vor meinem Auge
Weite über mir
um mich herum
und in mir
ganz viel
grenzenlos

Danke.




Montag, 2. Dezember 2013

Sprachschatz

"Das Wort Glück. Es ist eins von den Wörtern, die ich immer geliebt und gern gehört habe. Mochte man über seine Bedeutung noch so viel streiten und räsonnieren können, auf jeden Fall bedeutete es etwas Schönes, etwas Gutes und Wünschenswertes. Und dem entsprechend fand ich den Klang des Wortes.
Ich fand, dieses Wort habe trotz seiner Kürze etwas erstaunlich Schweres und Volles, etwas, das an Gold erinnerte, und richtig war ihm außer der Fülle und Vollwichtigkeit auch der Glanz eigen, wie der Blitz in der Wolke wohnte er in der kurzen Silbe, die so schmelzend und lächelnd mit dem GL begann, im Ü so lachend ruhte und so kurz, und im CK so entschlossen und knapp endete. Es war ein Wort zum Lachen und Weinen, ein Wort voll Urzauber und Sinnlichkeit; wenn man es recht empfinden wollte, brauchte man nur ein spätes, flaches, müdes Nickel- oder Kupferwort neben das goldene zu stellen, etwa Gegebenheit oder Nutzbarmachung, dann war alles klar. Kein Zweifel, es kam nicht aus Wörterbüchern und Schulstunden, es war nicht erdacht, abgeleitet oder zusammengesetzt, es war eins und rund, war vollkommen, es kam aus dem Himmel oder aus der Erde wie Sonnenlicht oder Blumenblick."
(Hermann Hesse)





Dienstag, 26. November 2013

Novemberleuchten

Musikalischer Kerzenanzünder
für das innere Licht
Leuchte!





Freitag, 22. November 2013

Para Violeta Parra

... que se fue a los cielos

Como el viento
viviste
fuerte, intenso
te fuiste
y todavía estás

Gracias a la vida
por tí.


Donnerstag, 14. November 2013

Alles schon perfekt

Amen – so sei es
Es sei, wie es ist
so kam es mir
Ja, ich möchte annehmen
alles sehen, wie es ist
und leben, immer weiter
Frei von Ernst

ohne Ansprüche, die fesseln
um ein paar Gedanken leichter
Platz machen für Leichtigkeit, Spiel
für leises Fließen
für Hauch und Zauber

Möchte eine Einladung aussprechen
die Tür öffnen
für mich.


Mittwoch, 13. November 2013

Schönheitsmoment

Das leuchtend-kühle Blau
der Flamme
kurz bevor sie erlischt.


Sonntag, 3. November 2013

Lebenszeichen :)

Regen wirbelt vor der Scheibe
im Hintergrund stoisches Lächeln
ein bärtiger Einäugiger
streckt mir kess die Zunge heraus -
und das zweite Auge zwinkert mir zu.





Samstag, 2. November 2013

Baumzauber

Schöne Eibe
mit deinen roten Laternen
leuchte, und verzaubere!


Sonntag, 27. Oktober 2013

Sonntags

Ich liebe sie
die Sonntage
die Welt hält den Atem an
und das Leben darf durchscheinen
empfänglicher sind wir
wenn im Außen Ruhe einkehrt
für die Stille in uns
und den Zauber in allem.


Sonntagmittag

Menschen, die innehalten
auf Bäumen über dem Wasser sitzen
Beine baumeln, und Seelen
lesend am Ufer und auf Bänken
in ruhiger Unterhaltung auf Treppenstufen
jemand spielt Gitarre am Wasser

Und die Sonne scheint
auf alle und alles herab
ausnahmslos, bedingungslos.


An die Skeptiker

Angenommen, nur mal so
das, was wir leben
und als „normal“ bezeichnen
wäre bloß eine Illusion
täuschend echt, aber letztlich
nichts als ein merkwürdiger Traum

Und wenn du einen Schritt zur Seite trittst
offenbarte sich dir
eine tiefere Wirklichkeit
die, die hinter der Illusion liegt
und immer da ist
Eine Realität der Stille
der Freude, Schönheit und Liebe
die dich den Zauber in allem sehen lässt

Vielleicht treffen wir uns dort
hinter dem Vorhang
irgendwann?


Samstag, 26. Oktober 2013

Werde, was du bist

Ich will nichts werden
sagte Columbin
ich bin schon etwas.

Gefunden in der Geschichte "Columbin" von Peter Bichsel


Herbstsommersamstag

Dem Rascheln und dem Rauschen
lauschen

Durch Laub stapfen
Blättern zusehen
wie Gold am seidenen Faden
ein letztes Mal tanzen mit dem Ast
dann davon fliegen
vor Himmelblau

Eins landet in meinem Schoß
samtig-weich-golden
schön und wertvoll
und erinnert mich daran
ich darf genauso leuchten

Und Danke sagen
mich innerlich verneigen
vor dem Wunder
um mich herum
dessen Teil ich bin
jeden Augenblick

mittendrin
und voll dabei.


Mittwoch, 23. Oktober 2013

23. Oktober

Der Baum vor meinem Fenster
inzwischen fast kahl
nur ein paar Blätter
tanzen noch an seinen Ästen

Loslassen
den Wandel einladen
und leicht weiterfliegen
wie ein Blatt im Wind.





Montag, 21. Oktober 2013

Vorhin

Das Thema Licht und Schatten
mein Teeglas
leer... voll
ein Geschenk

in silber und gold.





Freitag, 18. Oktober 2013

Gedankengeschenk

Spazieren gehen auf einer beklecksten Wiese
es duftet, raschelt
Blumen pflücken, Herbstlaub lesen
Gedanken sammeln –
schöne, bunte, viele!


Souvenir

Ein kleines rotes Blatt
geborgen zwischen zwei Buchseiten
trägt das Leuchten weiter
die Erinnerung
mit nach Haus.




Gummistiefel

Jetzt hab ich sie
die in der Flut gefehlt haben
Pfützen nicht umschiffen
sondern geradewegs drauf zusteuern
und hinein
Platsch!


Matschige Mode

Erdiges zwischen Pink
und auf Schwarz
schöne Gummistiefel!


Weihnachtsbaumfarm

Am Zugfenster rauschen vorbei
Tannenträume –
Alpträume?
Klein, grün
in Reih und Glied
beeilt euch und wachst
zwei Monate noch
dann will man euch sehen
in voller Größe
in der Stube stehen
Das macht euch Angst?
dann nehmt euch Zeit
ihr geht noch durch
als Vorjahresproduktion
ein Jahr ist lang
vielleicht entwachst ihr der Farm
verpflanzt euch
an einen Ort, der kein Knut kennt.


Über den Tellerrand?

Auf meiner Jacke
hat Platz genommen
ein kleiner Käfer
gemütlich, so scheint’s
will gar nicht weg
Gleich kommt der Zug
willst du mit bis zum Zwischenstopp
oder gar ins Nachbarland?
Dieses Dorf hier, so klein
und doch eine ganze Welt
der Horizont für dich.

Stille

Farben leuchten
Blätter summen
herbstzeitlos.


Freitag, 4. Oktober 2013

Strebst du noch oder lebst du schon?

Streben – sterben
soviel Ähnlichkeit in den Worten

Haben wir Angst vor dem Tod
fürchten wir immer ein ungelebtes, unerfülltes Leben
Die Angst zu sterben, also –
bloß Angst zu leben?

Wahrhaft leben
ziellos gar, einfach hier sein
wirklich da
ohne Streben
ohne Sterben
denn wir sind immer da
ewig jetzt.


Federnder Stein

Das Gefühl auf Steinen zu laufen
es ist schön
getragen zu sein
eingebettet in einen festen Grund
Ich wandele auf Stabilität
Beständigkeit liegt unter dem Wandel
beides schön für sich

Felsenfest und federleicht
bin ich
in Balance.


Traumland

Dieser Ort, jenseits
von Richtig und Falsch
weit wie das Meer
bunt und verrückt – wie Alice im Wunderland
und leuchtend – wie Lucy
in the sky with diamonds

Lalala lalalalalalala...


Die Gedanken sind frei

Meine Gedanken gehören mir nicht
und deine nicht dir

Sie kommen aus derselben Quelle
und fließen bloß
aus uns heraus, in uns hinein
teilen sich (mit)
Wie bunte Luftschlangen wehen sie
aus unseren Köpfen
durch den Raum, hinaus in die Welt

Ich frage mich
wenn wir nicht mehr denken
nur noch fühlen
wird dann das Bunt noch bunter?

So oder so
hör nicht auf, Schönes zu denken
Hoffnungsvolles zu träumen
und Verrücktes zu fühlen
was aus dir heraus will
lass es bunt sein.


Ruhe da oben

Es denkt mal wieder in meinem Kopf
große Gedanken, wichtige Gedanken
so denke ich
Aber es sind und bleiben Gedanken
also bringt es wohl nichts
letztlich
das Karussell fährt weiter
Ich denke über die Gedanken
und über die Gedanken über die Gedanken
und verliere mich
zwischen den Wirren all dieser Ebenen
in den Höhen dieser Spirale
die immer weiter führt
ins Nichts und von mir fort

Und auch das ist bloß wieder ein Gedanke...


Symptomatisch

Wir treffen uns in Cafés
statt die Menschen zu uns nach Hause einzuladen
wir begegnen uns im Außen
statt unser Inneres zu öffnen

Lade jemand gefährliches zum Tee ein
sagt Joseph Beuys und singt Lena
Menschen einladen, Begegnung erleben
Tee machen, Kekse und Pfannkuchen

Die Tür öffnen
und unser Herz
den anderen willkommen heißen
drinnen bei uns –
in unser aller Heimat.


Arbeit ist Spielen für Erwachsene

Blick aus dem Fenster
zwei Männer, große Jungs
sie boxen, raufen
lachen
und gehen zurück an die Arbeit
es bleibt
ein verschmitztes Lächeln

Ich lächele mit ihnen
bin beschenkt
und erinnert daran
ich bin ein Kind des Lebens.


Mittwoch, 25. September 2013

Die Sinnfrage

Letztlich hat das Leben natürlich einen Sinn
vermutlich
aber wenn wir ihn suchen, entgeht er uns

So sinnierte sie
Schokoladenklumpen in Milch rührend

Vielleicht ist es der Sinn des Lebens
Schokoladenkekse zu backen
und die übriggebliebene Kuvertüre in Milch zu rühren
und sich daran zu freuen
die Frage bleibt offen
vermutlich

Doch sicher ist
Schokoladenklumpen in Milch zu rühren
war der Sinn jenes Moments -
vermutlich.



Montag, 23. September 2013

Im Werden

Ich bin ein Mensch
kein Roboter
bei dem man ein Programm
einen bestimmten Modus einstellt
der dann zuverlässig, konsequent
abgespielt wird –
Nullen und Einsen
schwarz oder weiß

Es leben die Widersprüche und der Wandel
alle Fragen, Halbwahrheiten
jede Interimsantwort und Inkonsequenz

wahr ist immer, was im Moment da ist

Es lebe das Schattige und das Bunte
die Zwischentöne, alle Graustufen
jede kleinste Kommastelle
zwischen Null und Eins
 
denn in jeder Nuance ist Leben

Es lebe das Gleichgewicht im Ungleichgewicht
das Perfekte im Unperfekten
die Schönheit in allem

Es lebe das Leben.



Wahrlich im Moment?

Der bedeutendste Mensch ist immer der
der dir gerade gegenüber sitzt
so lese ich
Also ist auch
der wichtigste Ort der, an dem ich gerade bin – egal wo
die bedeutendste Handlung die, die ich genau jetzt tue – egal was
das bedeutendste Gefühl das, das ich gerade habe – egal warum
das bedeutendste Essen das, was ich in diesem Moment zu mir nehme – egal was

Im Moment leben
wir reden viel davon
doch sind wir wirklich da?

Für genau dieses JETZT
braucht es kein einziges Wort und keinen Gedanken
nicht dieses Gedicht, keine Musik und keine Weisheit
nicht diesen Menschen oder jenen nicht
nichts zugeben oder wegnehmen, keine Veränderung
einfach nur da sein
jetzt, total.



No mind

Federknäuel am Mittag
kopflos
schlafende Enten.



Dienstag, 10. September 2013

Liebe

Liebe vermehrt sich, wenn man sie teilt, so heißt es, 
und dem werden wohl die meisten von uns zustimmen.
Warum also machen wir nicht öfter Gebrauch von diesem wundervollen Gesetz?
Warum erscheint das, was wir in unendlichem Ausmaß in uns tragen, ja das, was wir in unserer Essenz sind, oft so unsichtbar, so unerreichbar und damit vermeintlich unteilbar?
Weil wir in der Angst statt in der Liebe leben.
Doch das Leben ist Liebe. Kannst du dich erinnern?

Eine kleine Gedächtnisstütze und ein dezentes, aber sehr wirkungsvolles Liebesverbreitungsmittel findest du hier :).

Ich wünsche uns allen viel Liebe, Freude und Inspiration!



Samstag, 31. August 2013

Übergangsweise

Es verfärben sich
die ersten Blätter der Bäume
der Herbst steht vor der Tür
Gehen wir mit
im Wandel der Jahreszeiten
und des Lebens
wandeln uns dabei selbst
stetig und immer weiter
und bleiben beständig
im Werden.



La dolce vita

Ich trage die Süße mit zurück
zuhause angekommen
verwandelt sie sich
langsam, klebrig
in schwere Bittersüße
Der Momentgenuss deformiert
die Vergangenheit hängt in der Ecke
spinnt vor sich hin
Fäden der Zukunft
und in ihrem Netz
der Wunsch nach einem „Du“
Wo bist du, Selbstliebe?
Du, süße Wonne meines Herzens
du, mein „du“ und „ich“ zugleich
Mach die Tür auf
und lass mich herein
in dein Versteck, in mich
den einzigen, großen Raum.



Dienstag, 20. August 2013

Klarsicht

Der Blick auf die Welt
ist immer nur dein eigener
die Wirklichkeit kann sich dir nur so zeigen
wie du auf sie schaust

Wechsel doch mal die Brille
putze ihre Gläser
oder nimm sie ganz ab

Freie Sicht auf das
was sich dir zeigen will
vielleicht sieht ja alles
heute ganz anders aus.



Es gibt nur einen Raum

... und der ist ganz groß
Du fühlst eine Trennung
in ein Zimmer
mit Liebe zu jemandem, zu etwas
das voll ist
und eins mit der Liebe zu Dir
das leer erscheint
nur der Wunsch nach einem "Du"
sitzt in der Ecke
und tut so, als gehöre er dahin
Doch diese Trennung ist künstlich
in Wahrheit ist da keine Wand

Vielleicht eine Tür
die verbindet die Zimmer
zu einem großen Raum
Öffne sie
und lass den Inhalt fließen
dann ist überall Liebe
es gibt nur eine.



Freitag, 16. August 2013

Öffne ihr die Tür

Wenn du dir eine Blume ins Zimmer holst
lockst du die Freude aus dir heraus.



Noch mehr Annahme

Ich bin leer
sagte die Selbstliebe
und ihre Schale wurde gefüllt.



Für B.

Ein Dank der Spraches Pflegerin
die sandte in die Ferne
ein paar der Apostrophe
sie belagern uns wie Schwärme
reichen gar zu einer Plage
bald sind sie nur noch Sage

Auch ist sie eine Retterin
dem armen Menschen auf dem Mars
denn nun, da kein Häkchen länger
zerstückelt sein Gas
ward das Wort heil und das Benannte mehr
und langte ihm zur Wiederkehr

Dort sitzt er nun samt Gönnerin
in seinem schönen Garten
genießt den Sommer und den Regen
darauf musste er lange warten
Sie feiern seine Heimeskehr
mit Marmelad aus Stachelbeer.


(Danke für Deine Bemühungen zur Befreiung der deutschen Sprache von wildgewordenen Apostrophen, die pieksen an den schmerzhaftesten Stellen und unschuldige s an allen erdenklichen Wortenden abzuspalten drohen. Autsch! Möge wieder zusammenwachsen, was zusammen gehört ;)).




Sonntag, 11. August 2013

Glücklich ohne

Ich wünsche mir
dass wir glücklich sind
nicht glücklich, weil
die Sonne scheint
sondern glücklich, weil
unser Licht leuchtet – immer

Ich hätte gern
dass wir uns freuen
nicht uns freuen, weil
jemand nett zu uns ist
nein, uns freuen, weil
es so viel Grund dazu gibt - grundlos

Ich möchte
dass wir dankbar sind
nicht dankbar, weil
uns jemand etwas schenkt
sondern dankbar, weil
wir am Leben sind – jeden Tag

Ich träume
dass wir lebendig sind
nicht lebendig, weil
uns etwas den Kick gibt
vielmehr lebendig, weil
unsere Seele jubelt – von innen

Ich will
dass wir gesund sind
nicht gesund, weil
wir bittere Pillen schlucken
nein, gesund, weil
wir im Einklang sind - heil

Ich mag
dass wir erfüllt sind
nicht erfüllt, weil
wir uns etwas dazugekauft haben
doch erfüllt, weil
schon alles da ist – in uns

Ich sage
dass wir glücklich sind
glücklich ohne Zugeben
glücklich mit uns und allem
glücklich, weil
wir sind

Kannst du dich erinnern?



Samstag, 10. August 2013

Nach dem Regen

Die Sonne strahlt
vom blauen Himmel
er, fast wolkenlos
als wäre nichts gewesen.



Herzblatt

Oh du schönes grünes Blatt
bist angefressen in deiner Brust
Loch im Herzen.



Im Unterstand

Ein Baum, geschmückt mit
hellgrünen Hängern
wie Ohrringe baumeln sie
von seinen Ästen herab
wie kleine Säckchen
oder Laternen
mit grashüpfergrünem Leuchten
immer im Pärchen verbunden
wie Herzchen

Ich habe viel Zeit sie zu betrachten
der Regen dauert

Wir sollten viel öfter
nach oben schauen
und weniger nach unten
nach vorn oder zurück.



Hmmm

Und es riecht so gut
würzig und frisch
segensreicher Sommerschauer.



Stehenbleiben

Es klopft über mir
der Regen auf das Blätterdach
Baumes Unterstand.



Planlos glücklich

Der strebende Mensch ist nie ganz offen
da sich sein Blick zwangsläufig
verengt auf sein Ziel.



Mittwoch, 7. August 2013

Die Liebe zum Häkchen flutet die Welt

Er as‘s zum Spas‘s
ein wenig Gra’s
nachdem er la‘s
von Peterchen’s Mondfahrt
nach diesem doppelten Genus‘s
fuhr er zum Mar’s
ohne Auto’s
nein, in Nachbar‘s Rakete
Das tat er nun, tagein, tagau‘s
von montag’s bis freitag’s
Doch ehe er sich’s versah
geschah, was er nie vergas‘s
es ging ihm aus das Ga’s
so blieb er auf dem Mar’s
blickte tief in’s Gla’s
und ins Buch, da’s er schon x-fach la’s
denn er hatte nur ein’s
besser als kein‘s
und immerhin war’s sein’s
ein Atla’s war’s
der lies‘s ihn träumen
von Indien’s Farben
Italien’s Pasta’s
Amerika’s Schäumen
das wollt er nicht versäumen
auch von den Bermuda’s stand’s geschrieben
dort verschwand so einiges
schicken wir doch mal, immer abend‘s
nur so zum Spas‘s
ne Schiff’sladung hin
voll Apostroph’s (äh, Apostrophe)
wir haben ja genug
die vermehren sich hier nämlich
in rasanter Weise
schmerzen das Auge
zerstückeln Wörter
und fressen Sprache
still und leise
so lasst sie sinken
in die Tiefen des Meere’s
und unserer Erinnerung.

Finde die richtigen Apostrophe! Der Gewinner bekommt eine garantiert apostrophfreie Lobeshymne an seine Kenntnisse und Ambitionen zur Pflege der deutschen Sprache in Gedichtform und ein Glas selbstgemachter "Doro's Marmelade" ;)



Dienstag, 6. August 2013

Unter Bäumen träumen

Dem Rauschen der Blätter
lauschen
mich eintauschen

Mikado mit Ästchen im Gras
macht Spaß

Ameisen, die eilen
auf Halmen
mit Köpfen, die qualmen?

Besuch der Amsel
oh, wie sie flitzt
und sucht und stibitzt

Der Wind, er weht
geschwind
fort die Hitze
dass ich nicht mehr schwitze
nur mehr sitze
nein, liege
in Baumes Wiege.



Glück

Dem Rauschen der Blätter
lauschen
berauscht.



Alles eins

Ein Aufschrei
ein Gackern
richtig schönes Kinderlachen
Im nächsten Moment
die Wandlung
oder war der Schrei schon vorher
ein Weinen?
So schnell folgt eins aufs andere
oder liegt immerfort
so nah beieinander
Ausdruck von Lebendigkeit.



Montag, 5. August 2013

Carpe Diem

Jeder Tag, ein neues Leben
er lädt dich ein durch ihn zu schweben
Pflück das Glück
es hängt an jedem Baum
so sieh doch hin
und gib ihm Raum

Nimm es dir und lausche
auf die Stille in dir
die leise spielt wie ein Klavier
und fast wie nebenbei, kaum zu spüren
kommt der Frieden, dich zu berühren
lass los die Gedanken und tausche

gegen dein Gefühl.



Sonntag, 4. August 2013

Du hast die Wahl: Angst oder Liebe

© Greenpeace


Wer Augen hat zu sehen, der sehe
Wer einen Kopf hat zu denken, der gebrauche ihn
Wer ein Herz hat zu fühlen, der öffne es
und erinnere sich
wofür bin ich auf dieser Welt?

Inspiriert von dem Film: Die Freiheit der Wahl



Musikalisch

Kein gewöhnliches Quaken
ein Lied
Singfrösche.



Endloswunder

Die Welt steht Kopf
das Leben ist schön
trotzdem.



Nur so

Wenn mich mal wieder das Denken der „Normalen“
der Mainstream einholt
dann frage ich mich
ob ich nicht vielleicht doch durchgedreht bin
und fühle mich allein
Doch dann kommt die Erinnerung
dass nicht ich die Verrückte bin
sondern die Welt einfach (noch) Kopf steht
Ich blicke auf all die Menschen
die meinen Weg teilen
gewinne mein Vertrauen zurück
und meine Dankbarkeit dafür
dass ich das erleben darf

Wir sind viele Verrückte
die eine Ahnung vom Glück erlangt haben
und an das Leben glauben
an eine bessere Welt
Hoffnungslose Idealisten
spirituelle Spinner
mögen manche sagen
Doch so fängt jede Veränderung an
auf diese Weise entwickelt sich die Menschheit
ständig
und nur so
mit jedem Traum, jeder Idee, jedem Gedanken
gestalten wir die Welt
nehmen Kurs
auf ein höheres Ziel

Hör nicht auf zu träumen
die guten Gedanken zu denken
die wahren Gefühle zu fühlen
gib nicht auf
das Leben zu erfahren
und dich selbst zu entdecken
Dafür bist du hier.



Hängengeblieben

Weise Schriften
Vorträge, Seminare
und endlose Gespräche
schöne Brücken
die uns führen wollen
ins Innere
zum Ziel, an dem alles wartet
wo das Suchen aufhört

So schön der Blick nach allen Seiten ist
das Verweilen und Getragenwerden
bleib nicht auf der Brücke stehen
geh weiter
damit du erreichst, wohin du unterwegs bist
das jenseitige Ufer.



Weniger ist mehr

Vollgestopft sind wir
randvoll mit Ängsten
Zweifeln, Glaubenssätzen
oder aber mit Wissen
angelesener Weisheit
Hilfestellung zum Erwachen
Gedankenfutter aus zweiter Hand
das es nicht schafft zu Gefühlsnahrung zu werden

Wir müssen nichts hinzufügen
brauchen keine neue Nahrung
lasst uns etwas wegtun
ein Abführmittel einnehmen
das auflöst unsere vollen Köpfe
und freilegt das
was wir seit jeher in uns tragen
unsere eigene Weisheit

Die Stille
weltbestes Wundermittel.



Mittwoch, 31. Juli 2013

So einfach ist es

"Als ich zur Schule ging, fragten sie mich, was ich werden will, wenn ich einmal groß bin. Ich schrieb 'glücklich'.
Sie sagten mir, ich hätte die Aufgabe nicht verstanden. Aber ich sagte ihnen, sie hätten das Leben nicht verstanden."
(John Lennon)



Über das Suchen

Ziele haben, Ambitionen
Fortschritte erträumen
und Ergebnisse sehen wollen
vom Moment reden
und doch irgendwo ankommen wollen

Doch ist da die Ahnung
dass die Reise zu uns selbst nie aufhört
eine Befürchtung für unseren Verstand
doch unserem Herzen eine Freude

Unser Weg endet
wenn wir diese Welt verlassen
und geht selbst dann weiter

Also sind wir wohl hier
um in das Jetzt und zur Liebe zurückzufinden
uns zu erinnern, dass daraus alles entsteht

Gelingt uns das
finden wir uns selbst
unsere Berufung
die Antworten auf all unsere Fragen
und jeden einzelnen nächsten Schritt
Nebenbei.



Montag, 29. Juli 2013

Leben in vollen Zügen

Zugfahren ist wie der Moment zwischen Einatem und Ausatem – ein Augenblick der Stille und der Leere, in der du das Göttliche in dir spüren kannst.

Inspiriert von meiner Mitfahrerin auf der Heimreise von Gerode. Danke!



Kloster Gerode

Ein Park, der leuchtet
grün und bunt
der rauscht
frisch und sanft
der plätschert
fröhlich und klar
der klingt
von Vögeln, von Hummeln
vom Wind
Nadabrahma –
die Welt ist Klang
wir singen und klingen
und tun es ihr gleich

Häuser, die leuchten
hell und klar
und schwingen
von denen
die in ihnen leben
von allen
die dort sind und lernen

Essen, traumhaft köstlich
das nährt
den Körper
Begegnungen, die nähren
den Geist
und berühren das Herz
Stille, die nährt
die Seele

Und alles als Ganzes
das schwingt
in einem ewigen Om
uns einhüllt
in das große Ganze
und uns hilft
selbst mittig zu werden
stimmig und ganz
Danke.



Sonntag, 28. Juli 2013

Alterslos

Man braucht sehr lange
um jung zu werden
hat Picasso gesagt
Sind wir wir selbst
sind wir immer offen und frisch
und dabei jung im Herzen
Alt sind wir nur
wenn wir eng sind
festgefahren und verschlossen
wenn wir Schleier tragen
die unsere Seele zudecken
Du kannst alt sein mit zwanzig
und jung mit siebzig

Angst macht alt
Liebe hält jung
die Jugend ist immer da
in jedem Lebensalter
wartet sie auf dich
unter den Schleiern

Lass sie dir lüften
von Picasso
und von diesem Moment
das Jetzt, der beste Jungbrunnen
Spring hinein
und hol sie dir zurück
deine ewige Frische
Platsch!

(Danke an K. und H. für unsere Zeit in Gerode. Ich möchte immer so jung sein wie ihr.)



Dienstag, 23. Juli 2013

Isemarkt

Bunte Mode und Bling-Bling
Früchte leuchten farbenfroh
Kaffee und Kuchen zum Frühstück
und Tomaten, die lächeln
in allen Namen, Farben und Formen
und rufen
nehmt uns mit
Lächeln und Entspannung
auch auf den Menschengesichtern
Das Leben ist schön.



Ebbe

Sonne glitzert
auf grau-grüne Schlacke
und auf Wasser in der Ferne
Wir gehen es einholen
und planschen bei Badewannentemperatur
Ein Abend am Wattenmeer.



Bestellfehler?

Sonnenblumenfelder, gelbe Weite
Bäume, leuchtend grün
und da
Kanufahrer auf der Saale
in sommergelben Booten
alles zieht vorbei
viel zu schnell
Oh Zug, verweile doch!

Schwupps, schon ist er erfüllt
mein Wunsch
technische Störung
Anschluss verpasst
Kaffee in der Hauptstadt
mit Blick auf Reichstag und Kanzleramt
es weht ein politischer Wind
in der Sommerhitze


Nun, ganz so war’s nicht gemeint
Lieferung retour
Bestellung verfeinern
Danke trotzdem
für die Kaffeepause.



Merci

Danke
für mein Leben
für die ganze Existenz
dass ich ein Teil sein darf von ihr

Danke
für die Sonne
die mich bescheint
für den Wind
der mich umarmt
für Eichhörnchen
die meines Weges hüpfen
und Ameisen
die auf meinen Armen krabbeln
für Fliegen
die sich auf meinen Füßen putzen
und Vögel
die über mir ihre Lieder singen
für Hummeln
die gemütlich neben mir summen
für Grillen
die unsichtbar zirpen im Sommergras

Danke
für alles, was ich vergessen habe
es würde ein Leben lang dauern
ach was, alle Leben lang

Danke
für meine Sinne
die diese Freuden wahrnehmen
und mir ans Herz tragen

Danke
für meine Hände
die meine Dankbarkeit
in Zeichen und Worte fassen.

Nun steht er hier
großer Dank in kleinen Worten.



Mondgesicht

Dick und rund
voll, ganz
und heil
geheimnisvolle Kraterlandschaft
tiefe Schluchten
ungeahnte Weiten
Leuchtend hell
wirfst du dein Licht
in dunkelblaue Nacht
kaum voll da
verschwindest du schon wieder
Mit absoluter Präzision
und schöner Regelmäßigkeit
kommst und gehst du
und bleibst doch immer da


Deine Ordnung, dein Rhythmus
geben uns Halt
oder machen uns verrückt
zu Schlafwandlern
und Mondsüchtigen
Du ziehst sie an
die lunatics
sie wollen zu dir fliegen

Das würd‘ ich schon auch gern
doch möcht‘ ich auch
mit beiden Füßen
auf der Erde bleiben
stehen und staunen
dich von hier aus anbeten
und innen schwerelos werden.



Freitag, 19. Juli 2013

Betört

Täglich diese Straße
immer an derselben Stelle
setzt er ein
dieser Duft

Unsichtbarer Nebel
aus Freude
hüllt mich ein
seit Tagen
Wie lange wird’s noch dauern
will nicht, dass du verfliegst

Danke an die Quellen
Bäume, die tragen
gelbe Blüten
und Blätter wie Kelche
Kenne euren Namen nicht
doch was soll’s
euer Duft ist mir ewige Signatur.



Wir brauchen mehr Verrückte

Feldmäuse im Hamsterrad
die Mehrheit, die arbeitet
Tag und Nacht
Darunter ein Einzelner
der Sonnenstrahlen
Farben
Wörter sammelt
und damit für Wärme sorgt
für Freude
und Liebe

Manchmal muss man
bis zum Winter warten
um zu verstehen
die Lebensmittel anderer Art.

Inspiriert von Frederick, die Maus



Sonntag, 14. Juli 2013

Vergebens

Auf den Gräbern
thronen Worte
Daten auch und Titel gar
wollen mit
in die Ewigkeit?
Diplomingenieure
Maurermeister
Dr. meds und Dr. phils
alle kommen ohne Namen
und gehen titellos
Davor, danach nur deine Seele
malt dein Bild in die Ewigkeit
unterzeichnet
ohne Titel.



Geschenk der Stille

Ich sitze still auf einem Stein
wie ein Stein?
Ein Rascheln in den Büschen
es hüpft heran
ein Eichhörnchen
um sich ein Leckerli zu holen
findet sogleich eins
und mümmelt’s seelenruhig
in meiner Nachbarschaft
leckt sich die Finger zum Abschluss
hopst an mir vorbei
und davon
Tschüss, war schön mit dir!



Baumbabies

Der Wind weht
durch die Blätter
es rasselt, klappert
jung und zart
Rauschen könnt ihr immer noch
wenn ihr groß seid.



In allen Farben des Regenbogens

Die Abendsonne wirft
bunte Lichtpunkte herein
die zu Hunderten wandern
von den Kristallen
durchs Zimmer
tanzen
auf den Möbeln
schweben
über den Boden
die Decke entlang
und zur Tür hinaus
Mal groß, mal klein
scharf konturiert oder verschwommen
immer leise, bunt und frei
schrankenlos.



Samstag, 13. Juli 2013

Sommergrippe

Ein schmaler Pfad
grün umrankt
Sonne scheint
wirft leuchtende Flecken
der Weg schlängelt sich
frei, luftig
und von oben singt es
Die Nase hingegen
verstopft
belegt, der Hals
verschnupft-gedämpft
mein heutiger Weg
mir ist nicht nach Singen
Leise summe ich mich
zurück ins Bett.



Federleicht

Bunte Werke
entsprungen der menschlichen Seele
gelüftete Schleier
im Kunstgarten
Zwischen all dem Grün
eine Feder
schwarz glänzend
mit Leichtigkeit herabgeschwebt
himmlische Kunst
seit jeher schleierlos.



Sonntag, 7. Juli 2013

Nicht so viel fragen, lauschen

Hände trommeln
entlocken sphärische Klänge
einem Ufo
wo kommt es her
dies Instrument
aus fernen Ländern
alten Zeiten?
Ein Hang
so lern ich
aus Stahl mit Stickstoff
erfunden in der Schweiz
wissenschaftlich ausgeklügelt
nur dreizehn Jahre jung
Ernüchterung?
Nein!
Alles ganz anders
doch unverändert schön.

Inspiriert von Asha 


Offene Tore

Ich habe einen Traum…

Dass wir eines Tages die Türen dieser Welt zum Verschwinden bringen. Die Tore nicht nur öffnen, sondern ganz abmontieren. Die Mauern links und rechts von ihnen niederreißen. Unsere Häuser aufmachen und die Nachbarn einladen. Unsere Herzen öffnen und Liebe hinein und hinaus lassen.

Ich stelle mir vor, wie alle Menschen und Wesen durch die letzte Tür auf Erden gehen, gewandelt werden und neues Terrain, Gebiete neuer, wahrer Menschlichkeit betreten. Ein Land des Friedens, einen Lebensraum, in dem Offenheit und Liebe herrschen. In dem das ängstliche Markieren von Grenzen und das Verschließen der Innenräume, der seelischen und physischen, der Vergangenheit angehören. Ein Land, in dem alles für alle da ist und wo aus ganzem Herzen gegeben wird. Eine Welt, in der alle Menschen wissen, fühlen und erfahren, dass wir in Fülle leben und jeder Einzelne für alles, was er gibt, vielfach beschenkt wird.

Besonders wünsche ich mir, dass alle Geldschränke sich in Luft auflösen – und ihr Inhalt gleich mit. Dass wir alle ausdrücken, was in uns ist und damit all das erschaffen, was wir zum Leben brauchen, und Unnötiges sein lassen. Dass wir alle erkennen, dass genug für jedermanns Bedürfnisse da ist, und wir teilen statt handeln und gieren. Dass wir die Dinge fließen lassen, statt sie anzuhäufen.

Ich sehe, dass die Menschen allerorten zusammenkommen und ihr letztes Geld in ihre Mitte legen. Sie danken ihm für seine Dienste über all die Zeit und verabschieden sich in Respekt und Liebe. Tief in ihren Herzen fühlen sie, dass das Geld von nun an nicht mehr gebraucht wird. Jemand spricht ein Gebet und dankt für diese wunderbare Erkenntnis, für diesen großartigen Schritt in der Evolution der Erdlinge. Nun lassen alle ihre Liebe fließen und teilen Stille. Ein heiliges Feuer wird entzündet und das letzte Geld den Flammen übergeben. Es wird getanzt und gefeiert. Ein Tor zu einer neuen Welt öffnet sich. Lasst uns gemeinsam hindurchgehen.

So sei es.


Stadtansichten

München sei ein wenig bräsig
selbstzufrieden, langweilig
sagt ihr
nicht so verrückt wie Berlin
Doch ist das dort denn echtes Hip
und was wär das überhaupt?
Zuweilen mag sie uns ereilen
die Ahnung, dass
was vorgeblich verrückt
was gar so hip daherkommt
sich am Ende des Tages
(oder am Morgen)
auch nur mit unschuldiger Absicht
angezogen hat
die Maske der Lockerheit
der echten zum Verwechseln ähnlich
Dahinter eine starre Miene
angestrengt, irgendwie
gewollt ungewollt
gehen wir vor die Tür
ob New York, Rio, Tokyo
Maskenball allerorten

Authentisch sein
ein schmaler Grad.

Im Englischen Garten

Baden verboten
steht geschrieben
Lebensgefahr
Seh ich die mutigen Menschen
im Eisbach planschen
sich treiben lassen
seh ich da nur
Lebensfreude.


Kirchenwand

Dunkle Schindeln aus Holz
grüne Blätter ranken empor
Wein im Werden.


Gleiches zieht sich an

Eine kleine Blüte weht heran
und segelt ins Glas
schwimmt im Maracujasaft
gelbes Boot auf gelbem See
Sommerleuchten.


Was wäre wenn

U5 Theresienwiese
Ach, die wär auch gegangen
Nun, nehm ich die U4
Verpasste U-Bahn
verpasste Chancen
Was wäre wenn
ich die andere genommen hätte
was hätt ich gedacht, erlebt
wen hätt ich getroffen
was alles geht nun andere Wege
was wär mir zugefallen
wenn ich die andere genommen hätt?
Ich werd es nie erfahren
nur eins weiß ich
es ist mir zugefallen
zumindest ein Gedicht.


Münchner Kontraste

Kirchen-Hopping
neben Shopping
Kaufinger Straße.


Tanz auf dem Johannisfriedhof

Zwei Glühwürmchen schweben
durch die Nacht
tanzen um die alten Gräber
in den Sommer hinein
Leuchtender Abschluss
eines lichten Tages.


Alles nur Theater

Das dramatische Spiel
unterbrochen von
dem Vorhang
der vorzeitig schließt
Lachen
Dramatik wieder anschalten
aussichtslos
Schöne kleine Pannen.


Ohne Passform

Ich passe nicht
Nicht dazu, in viele Gruppen
nicht rein, in Schubladen
will dort auch nicht sein
nicht feststecken
in einer geschlossenen Box
Will frei sein
ohne Labels und Fesseln fließen
wohin das Leben mich trägt
Will unpassend sein
weil passen geht immer nur mit Schablone
Wer nicht passt
ist er selbst, sie selbst
ist frei
oder?

Ja, das bin ich
frei und ich selbst
und doch wie alle anderen
Wir kommen aus der einen Quelle
sind miteinander verbunden tief drinnen

Lasst uns treffen an jenem Ursprung
an diesem magischen Ort
jenseits von Passend und Unpassend
Dort begegnen wir uns
tauchen tief
statt an der Oberfläche zu planschen
Sehen uns wirklich, jenseits aller Konzepte
in die Augen, in die Seele
ohne Taucherbrille
ohne Masken
ohne Schutz

Ich bin du bist wir sind
im Sein.


Die Vorstellung hat begonnen

Von hinten ertönt er
der Ruf des Egos
das dich ablenken will
zum Hausmeister machen
oder als Statist an den Rand stellen
Lass es rufen
und bleib vorn
auf der Hauptbühne
Erinner dich
du bist Regisseur und Hauptdarsteller
im Stück deines Lebens.


Schneckisch

Den Schleier vom Tage
lüftet mir am Abend
eine Schneckensippe
Große, kleine
helle, dunkle
nackte, die glänzen
und behauste, die schillern
die vom Weinberge
und winzige Zwerge
Allesamt scheinen sie
mir zu sagen
verweile
ohne Eile
Eine Augenweide.


Samstag, 29. Juni 2013

Weinende Sonnen

Aus denen Tränenstrahlen regnen
auf Farbspiralen
Herzenreigen sprühen
auf Blumenranken
Und rote Münder küssen
blaue Wellen
Es schaukelt
und Liebe fließt.


Erfrischt

Wasser fließt aus der Kanne
sprudelt ins Glas
Blasen tanzen
alles klar
glasklar.


Osho über die Begrenzung der Worte

„Wittgenstein hat irgendwo gesagt:
Was man nicht aussprechen kann,
darüber sollte man schweigen.
Ach, wenn dieser Rat nur beherzigt würde,
gäbe es keine sinnlosen Diskussionen über die Wahrheit!
Das-was-ist – das läßt sich nicht aussprechen.
Alles, was in Worten gesagt werden kann,
ist nicht das-was-ist
kann es nicht sein.
Die Wahrheit liegt jenseits der Worte,
nur Schweigen ist mit der Wahrheit verwandt.